|
Wer sich einen Welpen ins Haus holt, übernimmt
meist für ein Jahrzehnt oder länger eine grosse Verantwortung
für einen Hausgenossen, den alle lieben – der aber auch für
Ärger, Frust, Kummer und Aufregung sorgen kann. Und wie steht es mit der Gesundheit? Hunde grosswüchsiger Rassen leiden öfter an
Wachstumsstörungen als ihre kleineren Artgenossen. Solche Störungen
können durch die Ernährung während des Wachstums verursacht
werden, oder es besteht eine vererbte Veranlagung dazu. Ein typisches Krankheitsbild: Dysplasien Die häufigsten Wachstumsstörungen sind die
Dysplasien. Bei dieser Erkrankung wird der Knorpel im Gelenk, der als
Puffer zwischen den Knochen dient, durch zu schnelles Wachstum oder
mangelhafte Durchblutung geschädigt. Er bildet sich zurück
und die Knochen beginnen aufeinander zu reiben. Im Gelenk entsteht eine
Entzündung. Dieser Prozess ist sehr schmerzhaft und führt
je nach Grad der Knorpelrückbildung zu leichten bis starken Lahmheiten. Es gibt auch traumatisch bedingte Wachstumsstörungen … Eine zweite Gruppe häufig vorkommender Wachstumsstörungen
entsteht durch Verletzungen. Solange der Knochen noch im Wachstum ist,
ist er relativ empfindlich auf Gewalteinwirkung. Wird nun eine der sensiblen
Wachstumsfugen durch einen Unfall oder Schlag geschädigt, so wächst
der Knochen nicht mehr richtig weiter. … und Knochenhautentzündungen Vor allem bei schnell wachsenden Hunden kommt es häufig zu einer Entzündung der Knochenhaut, einer so genannten Panostitis. Wie diese Erkrankung entsteht, ist nicht bekannt. Sie tritt meistens im Alter von 5-12 Monaten auf. Die Gliedmassen sind vor allem im Bereich der langen Röhrenknochen stark druckempfindlich. Die Hunde lahmen schubweise und abwechselnd auf verschiedenen Beinen. Es gilt also, den Junghund stets auf Veränderungen
zu beobachten. Frühzeitiges Erkennen einer Krankheit kann helfen,
deren Fortschreiten weitgehend zu verhindern. Andernfalls kann das Hundeleben
derart schmerzvoll werden, dass das Tier schliesslich eingeschläfert
werden muss. Alles hängt von der Ernährung ab! Nach wie vor gilt, dass man mit der Ernährung eines
jungen Hundes nicht übertreiben soll. Zu viel Eiweiss, Fett, Calcium,
Phosphor und Vitamine ist ungesund. Nach meiner Erfahrung sollte ein
Welpe bereits vor dem Halterwechsel auf Erwachsenen-Futter umgestellt
werden. Dies gilt insbesondere für die grossen Rassen. Allerdings
muss die Futtermenge in etwa der Tagesration eines ausgewachsenen Tieres
entsprechen. Mit der frühen Umstellung tragen Sie entscheidend
zur Gesunderhaltung Ihres Hundes bei, Schädigungen wie die oben
beschriebenen werden dadurch verhindert. Anstoss zu diesem Schreiben
gab mir eine Hundehalterin, die ihrem grossen amerikanischen Schäferhund
im Alter von 5 Monaten immer noch „Puppy“-Futter in beträchtlichen
Mengen verabreichte. Das Tier hatte grosse Schmerzen, durfte nur noch
kurz an die frische Luft, bekam jeden Tag eine schmerzstillende Spritze
– und musste lange Zeit sehr teures Spezialfutter fressen. Nur
so konnte den geschädigten Gelenken und Knorpeln einigermassen
die Substanz erhalten werden. Ein teures Nichtwissen des Halters! Ein ganz spezieller Fall: Die Magendrehung Viele haben davon gehört, selbst erlebt haben einen solchen Notfall glücklicherweise nur wenige. Diese Krankheit muss sofort behandelt werden, da sie sonst nach kurzer Zeit unweigerlich zum Tod führt. Durch hastiges Fressen und Trinken wird viel Luft geschluckt. Dadurch wird der Magen aufgebläht und es entstehen Symptome wie Unruhe, Würgen, erhöhter Speichelfluss und erfolglose Versuche, zu erbrechen. Der Bauch wird hart, es folgen Atemnot, Herz- und Kreislaufversagen und schliesslich der Tod. Es gibt noch andere Ursachen, die aber immer in direktem Zusammenhang mit dem Fress- und Trinkverhalten stehen. Manche Hundehalter versuchen vorzubeugen, indem sie das Futter eingeweicht verabreichen – leider nicht immer erfolgreich. Wichtig ist, dem Tier zum Fressen und Trinken die nötige Ruhe zu verschaffen. Die Fütterungen sollen morgens und abends erfolgen, wobei die abendliche Portion kleiner ausfallen soll. Achten Sie vor allem auf qualitativ hoch stehendes Futter in vernünftigen, d.h. kleinen Mengen. Gönnen Sie Ihrem Hund nach der Mahlzeit 1-2 Stunden Ruhe. Kein überbordendes Spielen oder übermässige Bewegung. Sich in Ruhe mit dem Hund abgeben fördert nicht nur die Verdauung, sondern auch den Kontakt! Und zum Schluss noch ein Tipp gegen unverbesserliche „Schnellfresser“: Stellen Sie ihm einen Anti-Schling-Napf hin, Ihr Hund kann dann viel weniger schlingen! Informationen siehe linke Seite unter "Zubehör". Mit freundlichen Grüssen
|