Ein Welpe ... na und!?

 

Wer sich einen Welpen ins Haus holt, übernimmt meist für ein Jahrzehnt oder länger eine grosse Verantwortung für einen Hausgenossen, den alle lieben – der aber auch für Ärger, Frust, Kummer und Aufregung sorgen kann.

Und wie steht es mit der Gesundheit?

Hunde grosswüchsiger Rassen leiden öfter an Wachstumsstörungen als ihre kleineren Artgenossen. Solche Störungen können durch die Ernährung während des Wachstums verursacht werden, oder es besteht eine vererbte Veranlagung dazu.

Ein typisches Krankheitsbild: Dysplasien

Die häufigsten Wachstumsstörungen sind die Dysplasien. Bei dieser Erkrankung wird der Knorpel im Gelenk, der als Puffer zwischen den Knochen dient, durch zu schnelles Wachstum oder mangelhafte Durchblutung geschädigt. Er bildet sich zurück und die Knochen beginnen aufeinander zu reiben. Im Gelenk entsteht eine Entzündung. Dieser Prozess ist sehr schmerzhaft und führt je nach Grad der Knorpelrückbildung zu leichten bis starken Lahmheiten.
Die bekannteste Dysplasie ist die Hüftgelenksdysplasie. Man trifft Dysplasien aber auch im Schulter-, Ellbogen- und Kniegelenk an. Dysplasien sind nicht angeboren, sondern entwickeln sich erst im Laufe des Wachstums. Die Veranlagung, eine solche Veränderung des Gelenks zu entwickeln, kann allerdings durchaus vererbt sein.
Eine sehr grosse Rolle spielt im Falle der Dysplasien aber auch die Fütterung und Haltung. Wenn ein junger Hund einer grossen Rasse sehr schnell wächst, so bleibt die Entwicklung der Muskulatur hinter dem Knochenwachstum zurück. Die Belastung der Gelenke wird dann relativ stark, da sie von der Muskulatur nicht ausreichend gestützt werden. Vor allem ein hoher Calcium- und Phosphoranteil im Futter oder eine übermässige Vitaminzufuhr beschleunigen das Skelettwachstum und sind deshalb zu vermeiden. Ausser einer fachgerechten Fütterung spielt eine angemessene Belastung des Junghundes ebenfalls eine wichtige Rolle. Junge Hunde merken nicht selber, wenn sie sich überanstrengen. Also keine Gewaltmärsche machen, sondern lieber mehrmals am Tag eine kleinere Runde und so die Muskulatur stetig aufbauen. Auch Treppensteigen und ins Auto springen sollten so lange wie möglich vermieden werden. Besser ist es, den Welpen die Treppen rauf und runter zu tragen und für den Einstieg ins Auto einen Laufsteg zu verwenden (ein kurzes Brett, welches zur Vermeidung der Rutschgefahr mit Teppichresten bespannt wird).

Es gibt auch traumatisch bedingte Wachstumsstörungen …

Eine zweite Gruppe häufig vorkommender Wachstumsstörungen entsteht durch Verletzungen. Solange der Knochen noch im Wachstum ist, ist er relativ empfindlich auf Gewalteinwirkung. Wird nun eine der sensiblen Wachstumsfugen durch einen Unfall oder Schlag geschädigt, so wächst der Knochen nicht mehr richtig weiter.

… und Knochenhautentzündungen

Vor allem bei schnell wachsenden Hunden kommt es häufig zu einer Entzündung der Knochenhaut, einer so genannten Panostitis. Wie diese Erkrankung entsteht, ist nicht bekannt. Sie tritt meistens im Alter von 5-12 Monaten auf. Die Gliedmassen sind vor allem im Bereich der langen Röhrenknochen stark druckempfindlich. Die Hunde lahmen schubweise und abwechselnd auf verschiedenen Beinen.

Es gilt also, den Junghund stets auf Veränderungen zu beobachten. Frühzeitiges Erkennen einer Krankheit kann helfen, deren Fortschreiten weitgehend zu verhindern. Andernfalls kann das Hundeleben derart schmerzvoll werden, dass das Tier schliesslich eingeschläfert werden muss.

Alles hängt von der Ernährung ab!

Nach wie vor gilt, dass man mit der Ernährung eines jungen Hundes nicht übertreiben soll. Zu viel Eiweiss, Fett, Calcium, Phosphor und Vitamine ist ungesund. Nach meiner Erfahrung sollte ein Welpe bereits vor dem Halterwechsel auf Erwachsenen-Futter umgestellt werden. Dies gilt insbesondere für die grossen Rassen. Allerdings muss die Futtermenge in etwa der Tagesration eines ausgewachsenen Tieres entsprechen. Mit der frühen Umstellung tragen Sie entscheidend zur Gesunderhaltung Ihres Hundes bei, Schädigungen wie die oben beschriebenen werden dadurch verhindert. Anstoss zu diesem Schreiben gab mir eine Hundehalterin, die ihrem grossen amerikanischen Schäferhund im Alter von 5 Monaten immer noch „Puppy“-Futter in beträchtlichen Mengen verabreichte. Das Tier hatte grosse Schmerzen, durfte nur noch kurz an die frische Luft, bekam jeden Tag eine schmerzstillende Spritze – und musste lange Zeit sehr teures Spezialfutter fressen. Nur so konnte den geschädigten Gelenken und Knorpeln einigermassen die Substanz erhalten werden. Ein teures Nichtwissen des Halters!
Es lohnt sich also, frühzeitig ein Hundefutter zu suchen, das die Bedürfnisse des Hundes abdeckt, wenig Fleisch- und Getreidenebenprodukte enthält und ausserdem nach ökologischen Grundsätzen hergestellt wird: Kurze Wege (also einheimische Produkte), wenig Zwischenlagerung und –handel, keine Tierversuche! Probieren Sie anfangs ruhig ein paar Produkte aus, vergleichen Sie und fragen Sie Fachleute. Haben Sie ein passendes Futter gefunden, bleiben sie dabei – keine Experimente mehr! Ein qualitativ gutes Futter muss dem Hund schmecken. Es soll wenig Ballaststoffe enthalten und eine hohe Verwertbarkeit aufweisen. Ca. 1% des Gewichts des ausgewachsenen Tieres soll als Tagesration genügen. Damit wird der Organismus nicht unnötig belastet und – für den Halter nicht uninteressant – die Kotmenge bleibt recht gering. Natürlich sind Preisvergleiche zwischen gleichwertigen Produkten angebracht. Die Ersparnisse bei Verwendung eines günstigen Futters entsprechen, gerechnet auf ein Hundeleben, schnell einmal dem Anschaffungspreis eines reinrassigen Welpen …

Ein ganz spezieller Fall: Die Magendrehung

Viele haben davon gehört, selbst erlebt haben einen solchen Notfall glücklicherweise nur wenige. Diese Krankheit muss sofort behandelt werden, da sie sonst nach kurzer Zeit unweigerlich zum Tod führt. Durch hastiges Fressen und Trinken wird viel Luft geschluckt. Dadurch wird der Magen aufgebläht und es entstehen Symptome wie Unruhe, Würgen, erhöhter Speichelfluss und erfolglose Versuche, zu erbrechen. Der Bauch wird hart, es folgen Atemnot, Herz- und Kreislaufversagen und schliesslich der Tod. Es gibt noch andere Ursachen, die aber immer in direktem Zusammenhang mit dem Fress- und Trinkverhalten stehen. Manche Hundehalter versuchen vorzubeugen, indem sie das Futter eingeweicht verabreichen – leider nicht immer erfolgreich. Wichtig ist, dem Tier zum Fressen und Trinken die nötige Ruhe zu verschaffen. Die Fütterungen sollen morgens und abends erfolgen, wobei die abendliche Portion kleiner ausfallen soll. Achten Sie vor allem auf qualitativ hoch stehendes Futter in vernünftigen, d.h. kleinen Mengen. Gönnen Sie Ihrem Hund nach der Mahlzeit 1-2 Stunden Ruhe. Kein überbordendes Spielen oder übermässige Bewegung. Sich in Ruhe mit dem Hund abgeben fördert nicht nur die Verdauung, sondern auch den Kontakt! Und zum Schluss noch ein Tipp gegen unverbesserliche „Schnellfresser“: Stellen Sie ihm einen Anti-Schling-Napf hin, Ihr Hund kann dann viel weniger schlingen! Informationen siehe linke Seite unter "Zubehör".

Mit freundlichen Grüssen


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